Als eine Möglichkeit des Schulanfangs gibt es seit vielen Jahren in hessischen Schulen Vorklassen. Die Vorklasse wird von Kindern besucht, die schulpflichtig, aber noch nicht schulfähig sind oder wenig Schulbereitschaft zeigen.

Die Schulfähigkeit bezieht sich sowohl auf die körperliche und motorische Entwicklung, die emotionale und soziale Entwicklung als auch auf die kognitive Entwicklung sowie die Entwicklung der Motivation und Konzentration.

Die verschiedenen Dimensionen der Schulfähigkeit machen deutlich, dass Schulfähigkeit keinesfalls eine Frage des Intelligenzgrades ist, sondern eine Frage des körperlichen und seelischen Entwicklungsstandes. Es gibt Kinder, die mehr Zeit und Förderung für ihre Entwicklung benötigen. Für diese Kinder wurden die Vorklassen eingerichtet. Kinder, die trotz Entwicklungsrückstände eingeschult werden, erleben viele Niederlagen, ihr Selbstbewusstsein sinkt immer mehr und damit auch ihre Lern- und Leistungsfähigkeit.

Aufgabe der Vorklasse ist es, das Kind so zu fördern, dass es in der Jahrgangsstufe 1 erfolgreich mitarbeiten kann. Die Vorklassenleiterin stellt den Entwicklungsstand des einzelnen Kindes fest und fördert das Kind vielfältig, so dass es seine gesamte Persönlichkeit entwickeln kann. Die Kinder lernen über das Tun und Begreifen. Das Spiel ist dabei ein wichtiges Mittel, die Umwelt und sich selbst zu erfahren. Der Ablauf des Schulvormittags hat einen eigenen Rhythmus, der durch einen Wechsel von Spiel- und Arbeitszeiten gekennzeichnet ist. Abwechselnde Tätigkeiten sollen motivieren und Freude an der Schule wecken. Diese finden sowohl in Gesamtgruppen, Kleingruppen und in Einzelförderung statt. Damit die Vorbereitung und Förderung auf die erste Klasse gelingt, ist die Mitarbeit der Eltern von großer Bedeutung. Sie werden regelmäßig über die Entwicklungssituation des Kindes informiert und es werden ihnen gegebenenfalls auch zusätzliche Fördermaßnahmen empfohlen. Unterrichtsstoff des 1. Schuljahres wird nicht vorweggenommen, vielmehr werden Fähigkeiten geweckt, gefestigt und schulische Arbeitstechniken erprobt, damit die Kinder der späteren Arbeitsweise in der Schule gewachsen sind. In der Regel ist es so, dass Kinder, die ein Vorklassenjahr erlebt haben, einen guten Start in der ersten Klasse haben, denn der Schulalltag ist ihnen nicht fremd und  Entwicklungsrückstände haben sie aufgeholt. Es ist somit kein verlorenes Jahr sondern ein an Erfahrungen gewonnenes Jahr. Sollten Sie oder die Schule Zweifel daran haben, dass ihr Kind in bestimmten Bereichen den Anforderungen der ersten Klasse nicht gewachsen ist, so gönnen Sie ihm das eine Jahr in der Vorklasse, damit es danach gestärkt und freudig die erste Klasse beginnen kann und diese erfolgreich absolviert.

Eine Hospitaion in unserer Vorklasse ist jederzeit möglich!

 

Letzte Änderung am 06.10.2017